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FH Potsdam

Gestaltungsspielraum in bewegten Zeiten

Manchmal verändert sich während eines Projekts alles. Genau das ist bei der Fachhochschule Potsdam passiert. Was als klassischer Website-Relaunch begann, entwickelte sich mitten im ersten Corona-Lockdown zu einem völlig neuen Arbeitsprozess. Statt auf starre Konzepte zu setzen, entstand Schritt für Schritt eine digitale Plattform, die flexibel auf Veränderungen reagieren konnte – und bis heute mit der Hochschule wächst.

Besondere Zeiten verlangen andere Prozesse

Eigentlich war die Aufgabe klar definiert. Die bestehende Website war technisch und gestalterisch in die Jahre gekommen und wurde der Fachhochschule Potsdam als moderne Hochschule nicht mehr gerecht. Inhalte sollten neu strukturiert, Prozesse vereinfacht und die digitale Präsenz konsequent auf Barrierefreiheit, Suchmaschinenoptimierung und die Bedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen ausgerichtet werden.

Dann kam der erste Corona-Lockdown.

Workshops, gemeinsame Arbeit vor Ort und klassische Projektabläufe waren plötzlich nicht mehr möglich. Gleichzeitig änderten sich Anforderungen nahezu täglich. Prioritäten verschoben sich, neue Kommunikationswege entstanden und viele Entscheidungen mussten kurzfristig getroffen werden.

Anstatt an einem ursprünglich geplanten Ablauf festzuhalten, haben wir den gesamten Prozess neu gedacht. Analyse, Informationsarchitektur, Prototypen und Entwicklung liefen parallel. Entscheidungen wurden dort getroffen, wo sie gerade sinnvoll waren. Schritt für Schritt entstand so nicht nur eine neue Website, sondern ein Projekt, das sich gemeinsam mit den Anforderungen weiterentwickelte.

Diagramm zeigt geometrische Formen in Blau: Raute, Dreieck, Quadrat, Häkchen und Kreis

Früh einsteigen. Gemeinsam besser werden.

Ein System entfaltet seinen Wert erst, wenn Menschen damit arbeiten.

Deshalb haben wir die Hochschulkommunikation und die Redaktion früh in den Entwicklungsprozess eingebunden. Während die Plattform entstand, konnten Inhalte bereits überarbeitet, Organisationsstrukturen geschärft und erste Erfahrungen gesammelt werden. Feedback floss unmittelbar in die Weiterentwicklung ein.

Das Ergebnis war weit mehr als eine technische Umsetzung. Die Inhalte wurden konsistenter, redaktionelle Prozesse effizienter und die Mitarbeitenden konnten sich stärker auf ihre fachlichen Aufgaben konzentrieren, statt sich mit technischen Hürden auseinanderzusetzen.

Trotz der außergewöhnlichen Rahmenbedingungen konnte die neue Website nahezu planmäßig veröffentlicht werden.

Flexibel für viele. Konsistent für alle.

Hochschulwebsites gehören zu den komplexesten digitalen Plattformen überhaupt. Fachbereiche, Studiengänge, Forschungsteams, Serviceeinrichtungen und Verwaltung verfolgen unterschiedliche Ziele und sprechen unterschiedliche Zielgruppen an.

Die Herausforderung besteht deshalb nicht darin, möglichst viele Freiheiten zu schaffen, sondern genau das richtige Gleichgewicht zwischen Individualität und Konsistenz zu finden.

Auf Basis von Drupal entstand ein modulares System aus Inhaltstypen, Komponenten und zentralen Bausteinen. Fachbereiche können ihre Inhalte flexibel gestalten, ohne dass das Gesamtbild der Hochschule verloren geht. Intelligente Verknüpfungen, Taxonomien und wiederverwendbare Inhalte reduzieren Redaktionsaufwand und verhindern doppelte Pflege.

Ein weiterer konsequenter Schritt war die Zusammenführung von öffentlicher Website und Intranet. Nach dem Login erweitert sich die Plattform um interne Informationen, ohne dass Nutzer zwischen unterschiedlichen Systemen wechseln müssen. Eine Website – angepasst an den jeweiligen Nutzungskontext.

Vier Smartphone-Bildschirme zeigen verschiedene Ansichten einer mobilen Website auf dunkelblauem Hintergrund.
Drei Screenshots von Webseiten mit Tabellen und Bildern

Nicht jede Lösung ist eine Website

Während der Konzeption fiel ein Bereich besonders auf: das Vorlesungsverzeichnis.

Natürlich ließ sich der Stundenplan weiterhin auf der Website darstellen. Die eigentliche Frage lautete jedoch: Ist das wirklich die beste Lösung?

Studierende benötigen ihre Vorlesungen unterwegs – schnell, unkompliziert und ohne lange Navigation. Aus dieser Erkenntnis entstand eine Progressive Web App. Ohne Installation, ohne App Store, direkt im Browser und mit wenigen Klicks auf dem Homescreen des Smartphones gespeichert.

Eine kleine Idee mit großer Wirkung, weil sie konsequent vom Nutzungsszenario der Studierenden gedacht wurde.

Verschiedene Smartphones zeigen Teile der FHP-App in der Anwendung

Digital endet nicht am Bildschirm

Mit dem Relaunch entstand nicht nur eine neue Website. Das digitale Erscheinungsbild wurde zur Grundlage für die Weiterentwicklung der gesamten Hochschulkommunikation.

Im Anschluss wurden analoge Medien, Social-Media-Vorlagen, Präsentationen und weitere Kommunikationsmittel Schritt für Schritt an die neue Gestaltung angepasst. So entwickelte sich aus einem Website-Projekt ein konsistentes digitales Fundament für die gesamte Marke Fachhochschule Potsdam.

Display an einer Straße neben einer Bank mit Bäumen im Hintergrund
Laptop und Tablet zeigen digitale Inhalte auf Social Media
Übersicht mehrerer Präsentationsfolien mit Themen, Grafiken und Bildern